Eva Weber auf einer Bühne vor dunklem Hintergrund.

Hallo Eva, wir hätten da ein paar ganz persönliche Fragen

1. Frühe Prägung und innerer Kompass

Hättest du dir als Kind vorstellen können, dass du einmal als Mentorin arbeiten würdest?

Nein, überhaupt nicht. Meine Kindheit war von familiären Spannungen geprägt. Aber schon sehr früh hatte ich einen klaren inneren Kompass. Ich wusste instinktiv, was sich für mich richtig oder falsch anfühlte. Diesem inneren Wissen durfte ich lange nicht folgen.

Was hat diese frühe Zeit mit dir gemacht?

Ich war emotional früh auf mich selbst gestellt. Das hat mir einerseits eine große innere Klarheit gegeben, später aber auch Zweifel und Unsicherheit ausgelöst. Dieses Spannungsfeld begleitet viele Frauen und ich kenne es aus eigener Erfahrung sehr gut.

Wann hast du begonnen, dich aktiv mit dir selbst auseinanderzusetzen?

Sehr früh. Mit etwa zehn Jahren begann ich, psychologische Bücher zu lesen, aus dem Wunsch heraus, mich selbst zu verstehen und zu heilen. Rückblickend war das der Beginn eines sehr bewussten inneren Weges.

2. Durchsetzung, Beruf und Selbstermächtigung

Gab es einen Moment, in dem du gelernt hast, für dich einzustehen?

Ja, gleich zu Beginn meines Berufslebens. Ich wurde unterschätzt, schikaniert und klein gehalten. Doch meine innere Sturheit war größer als meine Angst. In dieser Zeit habe ich gelernt, dass ich mich nicht beuge, auch wenn es unbequem wird.

Was hat dir im Beruf echtes Selbstvertrauen gegeben?

Verantwortung zu übernehmen. Entscheidungen zu treffen. Vertrauen zu bekommen. In meiner internationalen Tätigkeit habe ich gelernt, klar zu führen, auch unter Druck und meiner eigenen Wahrnehmung zu vertrauen.

Du hast viele Führungspositionen erreicht. Was war dir dabei wichtig?

Mir selbst treu zu bleiben. Ich musste nicht hart oder laut werden, um wirksam zu sein. Ich durfte empathisch, klar und weiblich führen. Und genau das wurde zu meiner Stärke.

Wie würdest du deine innere Entwicklung beschreiben?

Ich habe aufgehört, um Erlaubnis zu fragen, ich selbst sein zu dürfen. Mit jeder Entscheidung wuchs mein Vertrauen in meine Fähigkeiten - und in mich.

3. Anderssein und innere Autorität

Wie sind andere Menschen mit deiner Art umgegangen?

Nicht immer leicht. Für dominante Männer war ich oft unbequem, für viele Frauen schwer einzuordnen. Dieses Anderssein begleitet mich seit meiner Kindheit.

Wie hat sich das auf Freundschaften ausgewirkt?

Ich kann nicht sagen, dass ich leicht Freunde finde, aber ich habe gelernt, mich auf mich selbst zu verlassen und meine innere Autorität nicht infrage zu stellen. Und damit habe ich letztendlich die Freunde gewonnen, die sich nicht gleich bei der ersten schwierigen Situation aus dem Staub machen.

4. Intuition und Spiritualität

Du arbeitest sehr intuitiv. Woher kommt das?

Diese Fähigkeit begleitet mich seit meiner Kindheit. Ich nehme Stimmungen, Spannungen und unausgesprochene Themen sehr fein wahr. Früher war das irritierend, heute ist es eine wertvolle Ressource.

Wann hast du gelernt, damit bewusst umzugehen?

Mit zunehmender Reife und Erfahrung. Heute nutze ich diese Wahrnehmung sehr achtsam, respektvoll und nur mit Einverständnis. Sie hilft mir, Menschen dort abzuholen, wo sie wirklich stehen.

Welche Rolle spielt Spiritualität heute für dich?

Sie ist Teil meines Lebens, aber kein Selbstzweck. Entscheidend ist nicht das Außergewöhnliche, sondern die Wirkung im Alltag: Klarheit, Erdung und innere Heilung.

5. Ausbildung, Professionalität und bewusster Weg

Du begleitest heute Frauen als Coachin und Mentorin. Wie hast du dich darauf vorbereitet?

Sehr konsequent. Ich habe mich über mehrere Jahre intensiv ausbilden lassen - parallel zu meiner beruflichen Laufbahn. Mir war wichtig, fundiertes Wissen mit Lebenserfahrung zu verbinden.

Welche Ausbildungen prägen deine Arbeit besonders?

Unter anderem meine NLP-Ausbildungen bis hin zum Master Practitioner und Coach, das LAB Profile sowie meine Ausbildung als Kommunikationstrainerin. Diese Werkzeuge geben Struktur, Tiefe und Klarheit.

Warum war dir diese fundierte Ausbildung so wichtig?

Weil ich Verantwortung trage. Ich arbeite mit Menschen und ihren Lebensfragen. Das verlangt Integrität, Methodensicherheit und kontinuierliche Weiterentwicklung.

Wann hast du dich entschieden, diesen Weg ganz zu gehen?

2025 habe ich meine Tätigkeit in der Immobilienbranche beendet, um mich vollständig meiner Arbeit mit Menschen zu widmen. 2026 habe ich EVAlution gegründet.

6. Afrika und Neuausrichtung

Afrika spielt eine besondere Rolle in deinem Leben. Warum?

Afrika steht für mich für Lebendigkeit, Wahrheit und Verbundenheit. Schon als Kind war diese Sehnsucht da. Später bin ich ihr gefolgt, ohne Sicherheiten, aber mit großem Vertrauen.

Was hat dir diese Erfahrung gezeigt?

Dass Wachstum jenseits der Komfortzone entsteht. Afrika hat mir den Mut gegeben, meinem Herzen kompromisslos zu folgen.

Was hat die letzte Reise in dir ausgelöst?

Absolute Klarheit. Mir wurde bewusst: Ich brauche ein neues Kapitel. Beruflich wie persönlich.

Was hast du dadurch verändert?

Ich habe gekündigt und mich entschieden, meine eigentliche Berufung in den Mittelpunkt zu stellen: Frauen auf ihrem Weg zu begleiten.

7. Haltung und Einladung

Was treibt dich heute an?

Frauen dabei zu unterstützen, sich selbst wieder ernst zu nehmen, alte Korsette abzulegen und ihre eigene Identität zu leben.

Was möchtest du Frauen mitgeben?

Dass die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen zwar durchaus mutig ist - aber befreiend. Es gibt keine Generalprobe. Dieses Leben ist es bereits.

Deine zentrale Botschaft?

Wecke die Löwin in dir. Sie war nie weg. Sie schläft nur. Und erlaube ihr bitte zu brüllen, wenn sie es will, denn das ist es, was Löwinnen nun mal tun.

Vielen Dank für das Gespräch.

Ich habe mich bei Eva sofort gesehen und ernst genommen gefühlt. Ihre wertschätzende Art und die reflektierenden Impulse haben mir neue Perspektiven eröffnet und mir eine klare Richtung gezeigt - mit dem Gefühl, mein Thema jetzt nicht länger aufzuschieben, sondern bewusst anzugehen.

Heidi M. Illustratorin
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